so intensiv, so real, so echt und gleichzeitig zu echt, zu sehr. Ganz und gar in dem Moment. Ganz bei mir und außer mir. Die Straße, sandfarbene Häuserreihen, die Geschäftigkeit am Shuk vor Shabbat. Spätsommerhitze. Menschen ziehen vorbei, kleine Familien, jemand zieht eine riesige Mülltonne. Staub. Die Bäume blass in gleißendem Sonnenlicht, wie Pappaufsteller in einer Spielzeugwelt, die Straßenbahn rauscht laut. Dieser Moment so viel realer als andere und unwirklich zugleich. Ich sitze in dem Moment als hätte mich jemand in einer fremden Welt abgesetzt, Beobachter in einem Film. Unsichtbar. Konturen so scharf, die Sinne zart und wach. Verwundert, beglückt, fast verzückt. Die Musik wie ein Sog, vom Straßenrand hinaus in das Leben, sechs Jungen mit Instrumenten, wunderbare Melodien die sich umeinander winden und finden, sich entfernen. Ein Hauch Nostalgie, ein Beat und dieser Film ist echt, schwingt mit den Geräuschen der Stadt, untermalt, dirigiert, folgt, vibriert, löst mich auf, nimmt mich mit und vereint mich mit dieser Welt.
Es ist Freitag, Wochenende ist endlich mehr als nur ein Gedanke. Vom Staatsbegräbnis in die Stadt, Trampen weil kein Bus fährt. Das Damaskustor überflutet. Menschen überall, handeln um Baklawa im arabischen Viertel, abtauchen in die Wiener Caféhauswelt, Freunde treffen. Wir haben Besuch aus Haifa und Tel Aviv, wir haben das Leben. Über die Kuppeln der Altstadt ruft der Muezin ruft zum Gebet. Das süße Leben kosten. Reibung erzeugt wärme - so that's the real shit here.
Das erste Treffen mit Ruth, auch intensiv. Manchmal frage ich mich, warum mich das Vorhersehbare immer wieder überrascht. Wir können uns über Essen unterhalten und über ihre Vorliebe für diese eine bestimmte Kirche. Es dauert, bis ich das raus habe, die Geduld, die ich für Ruth aufbringen muss treibt mich fast selbst in den Wahnsinn. Und gleichzeitig hält sie mir alleine durch ihr Dasein den Spiegel vor, wenn ich denke nicht mehr weiter zu können.
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